Kiskunhalas

Kultur

 

Das Kulturleben von Kiskunhalas wurde über Jahrhunderte durch die Tatsache bestimmt, dass das kirchliche reformierte Ur-Gymnasium, das heutige Szilády-Áron-Gymnasium, zum Debreziner Reformierten Kollegium gehört hat. Der reformierte Pfarrer, Landrat, Historiker, Übersetzer und Akademiker Áron Szilády (1837 – 1922) hat sechzig Jahre dort gewirkt. Seine starke Persönlichkeit hat das Erscheinungsbild der Stadt geprägt. Während seiner Tätigkeit hat er das Hauptgymnasium gebaut, wurde das städtische Museum gegründet und das neue Gebäude des Gymnasiums gebaut. Das öffentliche Leben der Stadt war vom protestantischen Geist geprägt, der großen Einfluss auf die Lehrer hatte, die dort unterrichteten. Die wissenschaftliche Tätigkeit von Áron Szilády und József Thury wird bis heute sehr geschätzt. Ihre Werke sind Quellen für die Forscher der Orientalistik, der ungarischen Urgeschichte und der allgemeinen Geschichte. Der ehemalige Notar der Stadt István Gyárfás, der sich auch als Historiker betätigte, wurde durch sein Werk über der Geschichte der Jazygien und Kumanen von den ungarischen Geschichtswissenschaftlern anerkannt. Die so genannten „Bauerndichter“ (István Gózon, László Bacsó, Imre Vas) waren interessante Farbtupfer auf der Palette des geistigen Lebens der Stadt. Neben ihren eigenen Gedichten haben sie auch die damals populären Gedichte und Lieder in ihren handgeschriebenen Büchern festgehalten.

Der berühmteste Sohn der Stadt ist János Thorma, der Maler an der Wende des 19./20. Jahrhunderts. In der Galerie des Stadtmuseum, das seinen Namen trägt, können die Besucher mehrere Bilder des Meisters bewundern. Dort findet man seine zwei größten Ölgemälde zu Themen aus der ungarischen Geschichte mit den Titeln „Ungar auf!“ und „Der Blutzeuge von Arad“. In der ständigen Ausstellung des Museums wird die Geschichte von Halas, des ehemaligen kleinkumanischen Marktfleckens, vorgestellt. Die Halas Galerie pflegt in den verschiedenen Ausstellungsräumen die öffentliche Kunstsammlung der Stadt. Im Haus der Kunstsammlungen kann der Besucher die wunderschönen Bilder von Viola Berki betrachten, der unlängst verstorbenen Malerin und Ehrenbürgerin von Kiskunhalas. Die Ausstellung und Kunstsammlung von Balázs Diószegi, der andere Munkácsy-Preisträger der Stadt, befindet sich im Végh-Herrenhaus. Sehr bedeutend ist die Tätigkeit der Amateurkünstler und Profis, die durch ihre verschiedenen Arbeitsstile die Stadt und ihr kulturelles Leben bereichern.

Auch in den anderen Ausstellungsräumen findet man ein reichhaltiges kulturelles Angebot. Im ÁMK-Kulturzentrum und im Haus der Gemeinschaften (städtisches Kulturhaus) finden lokale Künstler Ausstellungsmöglichkeiten. Das Kinotheater, das Haus des Volkstanzes und das Gemeinschaftshaus werden vom KMK Kiskunhalaser gemeinnützigen Kulturzentrum GmbH verwaltet. Die Mitarbeiter des KMK organisieren und koordinieren die Kulturprogramme und Feste. Die Berufsfachschule „II. Rákóczi-Ferenc“ nennt eine Sternwarte und eine Jagdtrophäensammlung ihr eigen.

In der städtischen Bibliothek finden die Leser über hunderttausend Bände, eine reiche Zeitschriftensammlung, Videos, CD\'s und Schallplatten. Hier gibt es den Europäischen Informationspunkt mit Internetanschluss. Die Bibliothek organisiert regelmäßig kulturelle Fach- und Literaturkonferenzen und Vorträge. Im Archiv, den Klubs und den Kulturhäusern bieten sich Möglichkeiten für wissenschaftliches Arbeiten, zum Ausspannen und für Hobbytätigkeiten.

In unserer Stadt gibt es eine Amateurschauspielergruppe. Auf der Bühne des Kinotheaters werden Theaterstücke aufgeführt. Im Haus der Gemeinschaften läuft die Reihe „Theaterabende“. Im Sommer gibt es Freilichttheater im Garten des Museums. Bei den Festtagen der Stadt spielen die Chöre und die Musikgruppen eine wichtige Rolle im Programm. Ihre Vorführungen gestalten die Palette des Kulturlebens der Stadt sehr bunt. Im Tanzklub Studio 2000 haben die Jugendlichen die Möglichkeit, Tänze zu lernen und dadurch an den verschiedenen Tanzwettbewerben teilzunehmen. Die Tänzer haben in den letzten Jahren ausgezeichnete Ergebnisse erzielt. Sie hatten auch im Ausland erfolgreiche Auftritte. Die Volkstanzgruppe Halas pflegt die traditionelle Tanzkunst; sie nehmen an vielen Festivals im Ausland teil.

Fast hundert Vereine und Stiftungen unterstützen das bürgerliche Leben der Stadt. Die Verwaltung der Stadt unterstützt mit der Hilfe der „Zivil-Fonds“-Stiftung das wissenschaftliche, kulturelle und künstlerische Leben. Unternehmer und Einzelpersonen treten auch als Sponsoren für die Kultur in der Stadt auf. Ein gutes Beispiel ist die Herausgabe einer Reihe von Büchern über die Stadt, was neben der finanziellen Unterstützung durch die Stadt auch durch die "Zivil-Fonds"-Stiftung, durch Unternehmen und andere Mäzene ermöglicht wurde.

Die größten traditionellen Feste der Stadt sind die Halaser Wochen und das Internationale Weinlese- und Folklorefestival. Der Tag der Stadt (6. Mai) wurde mit der Auslösung (Redemption 1745) der Bürger verbunden. Diese dreistufige Veranstaltungsreihe bietet sehr gute Möglichkeiten, die kulturellen, geistigen, sportlichen und wirtschaftlichen Vorzüge der Stadt zu präsentieren.

Photographs: Károly Szűcs, János Ferincz, Ákos Pozsgai







Architektur, Baudenkmäler

Mit der Zerstörung durch die Türken sind die Gebäude der früheren Jahrhunderte verschwunden. Die ursprünglichen Wohnhäuser waren aus Lehm und Erde, weshalb sie die Zeiten nicht überdauerten. Die heute ältesten Gebäude der Stadt stammen aus dem 18. Jahrhundert.

Das Gebäude der reformierten Kirche wurde in 2 Abschnitten, 1772 und 1814-23 im Stil des Spätbarock mit klassizistischen Elementen gebaut. Die Erweiterung der Kirche am Anfang des 19. Jahrhunderts erfolgte durch die Architekten Johann und Friedrich Schwörtz. Erwähnenswert sind die prächtige Kanzel mit Empirestil und der Sitz des Pfarrers. Neben der Kirche ist ein Schandstein, ein Pranger zu sehen. Die katholische Kirche im Barockstil wurde 1770 gebaut, nachdem wieder Katholiken angesiedelt wurden. Der Baumeister war Jakab Gföller. Das Kirchengebäude wurde 1937 dahingehend erweitert, dass nun 3000 Personen Platz finden. Die neue Kirchweih fand 1940 statt. Die Statuen des Kreuzbergs neben der Kirche stammen vom Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Synagoge wurde in den Jahren 1857-60 in einer besondere Mischung aus Klassizismus und Romantik gebaut.

Das alte klassizistische Rathaus wurde 1833-34 nach den Plänen von Ágoston Fischer gebaut. Dieser alte Teil ist von dem in Jugendstil umrahmt, der 1906 gebaut wurde. Hier sind noch zwei öffentliche Baudenkmäler zu erwähnen. Das Szilády-Áron-Gymnasium wurde 1892, nach den Plänen von Josef Kauser, im Neorenaissancestil gebaut. Das Haus der Kiskunhalaser Spitzen wurde nach den Mustern eines Bauernhauses errichtet und 1935 eingeweiht.

Alte Wohnhäuser findet man fast keine. Im Stadtteil Tabán sehen wir noch einige alte Bauernhäuser, die ethnographisch interessant sind. Wertvolle Baudenkmäler sind das so genannte Landschaftshaus (Bauernhaus mit freiem Schornstein-Kamin), die Wirtschaft Sóstó-Tscharda und das Végh-Herrenhaus mit Gewölbebogen im Gang. Die Bürgerhäuser aus der Wende des 19. Jahrhunderts stehen unter Denkmalschutz. Die Sáfrik-Windmühle stammt aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie wurde 1966 renoviert und ist noch heute voll funktionsfähig.

Es lohnt sich, einen kleinen Spaziergang im alten reformierten Friedhof zu machen. Neben den Grabstätten von mehreren berühmten Halaser Bürgern findet man hier alte Grabdenkmäler und seltene Pflanzenarten. Für die harmonische Stadtentwicklung wurde Kiskunhalas 1988 mit dem Hild-Gedächtnispreis der Ungarischen Urbanistischen Gesellschaft belohnt.

Viele Statuen und Erinnerungstafeln schmücken die Straßen und Plätze der Stadt. Das Denkmal der Halaser Schlacht ist „Der traurige Kuruzsoldat“, ein Werk von József Damkó. Das Denkmal der Helden des 1. Weltkrieges und die neue Ehrensäule für die Helden des 2. Weltkrieges sind auf dem Hauptplatz zu sehen. Hier steht auch die Büste von Áron Szilády. Fast jedes Jahr bekommt die Stadt ein Kunstwerk hinzu. Dank der Bildhauer Ilona Mozer, sie stammt aus der Stadt, und ihres Mannes Károly Barth wurden im letzten Jahrzehnt 3 ihrer Kunstwerke aufgestellt: Die Spitzenfertiger, die Büste von János Thorma und der Hunyadi-Brunnen mit den Raben. Derzeit ist ein riesiges Relief von ihnen in Planung, das Symbol der der Stadt, die Halaser Spitze in Bronze.

 

Source: Aurél Szakál “Kiskunhalas rövid bemutatása” Kiskunhalas Almanach, 2002
Photographs: Károly Szűcs, János Ferincz




Kiskunhalas, die Stadt der Nadelspitze

Die weltbekannte Verzierung der Stadt - die Halaser Nadelspitze – hat im Jahre 2002 ihren 100. Geburtstag gefeiert. Man bezeichnet die Halaser Spitze als die Königin der Spitzen. Von Anfang an ist sie ein wichtiger Teil des ungarischen Kunstgewerbes. Árpád Dékáni, Zeichenlehrer und Spitzenplaner, und die Näherin Mária Markovits haben die einmalige Technik der Halaser Spitze geschaffen und die ersten Kiskunhalaser Spitzen gefertigt. Die Spitzenpläne von Árpád Dékáni konnte nur Mária Markovits mit viel Geduld und Handfertigkeit verwirklichen.

Die in Kiskunhalas angefertigte „Halaser Spitze” ist seit 1902, ihrer ersten Vorstellung, zu einem bedeutenden Bestandteil des ungarischen Kunstgewerbes geworden. Der Begründer der Bewegung der ungarischen Heimindustrie war Árpád Dékáni (1867-1931), der Zeichenlehrer des Kiskunhalaser Gymnasiums, dem das Schaffen der Halaser Spitze, der neuen ungarischen Nadelspitze, zu verdanken ist. Die Spitzenwerkstatt in Kiskunhalas ist eine der wenigen Werkstätten, gegründet um die Jahrhundertwende, die trotz der großen Schwierigkeiten auch heutzutage noch funktioniert. Die ersten Spitzenpläne hat Árpád Dékáni gemacht. Die Ausführende der eigenartigen, neuen Technik war die Näherin Mária Markovits (1875-1954).

Die Besonderheit dieser Technik ist, dass eine ziemlich scharfe Kontur die Motive umgibt und das innere Feld der mit Konturen umgebenen Motive nicht mit der für die Nadelspitze allgemein verwendeten Grundstichart (dem Kettenstich), sondern mit dem Kreuzstich ausgefüllt wird. Diese Technik wurde zu solcher Vollkommenheit gebracht, dass diese Spitze dem feinsten Batist ähnlich war. Am Anfang wurden die Spitzen aus gröberem, später aus hauchdünnem, speziell für die Halaser Spitze entwickeltem ungebleichtem Leinengarn angefertigt. Die Verbindungssticharten von Verzierung der Anfangszeit waren recht einfach. In den ersten Jahren verwendete man 10 bis 15 verschiedene Sticharten, später hat sich diese Zahl auf 39 erhöht.

Zwischen 1902 und 1906 entwarf Árpád Dékáni jede Spitze. Auf seinen Spitzen verknüpft Dékáni die typischen ungarischen Blumen, Tiergestalten (der Hirsch, die Taube, der Pfau), Mädchen und Burschen mit der Pflanzenstilisierung und mit dem Spiegel der Linienführung der Sezession.

Die Aufmerksamkeit des ungarischen und europäischen Kunstgewerbes richtete sich mehrere Jahre lang auf die Halaser Spitze, die von vielen einheimischen und internationalen Erfolgen begleitet wurde. So wurde sie 1904 auf der Weltausstellung in St. Louis, 1905 in Venedig und 1906 in Mailand mit dem Grand Prix ausgezeichnet.

In the beginning (1902-1906) every lace was designed by Árpád Dékáni. After he left the town for Budapest he continued to plan laces to be sewn at the lace workshop in Kiskunhalas and at one in the capital where ‘lacegirls’ of Halas also worked. In the years following Dékáni’s departure there were many designers with local connections, for example Ernő Stepanek (1881-1934), Antal Tar (1891-?), Tibor Csorba (1906-1985), Béla Tóth (1910-1996), József Vorák (1915-1984), Lili Nagy Kálozi (1918-), Miklós Bodor (1925-) and Mária Bródi (1949-). Halas laces are also designed by those living elsewhere. Mrs Ilona Bazala-Gábris, Margit Pongrácz, Eszter Kelety, Ilona Országh, Anna Rucsinszky, Júlia Demjén, Béla Molnár are all deserving of mention.

TDékáni wurde 1906 nach Budapest versetzt und mit der Führung der einheimischen Spitzenindustrie beauftragt. Nach dem Fortgang von Árpád Dékáni sorgte Mária Markovits für die technische Leitung. 1911 übernahm die Schule für Kunstgewerbe unter der Führung von Lajos Tar die künstlerische Leitung. Die aus früherer Zeit stammenden Spitzen von Lajos Tar entstanden im Kennzeichen der Sezession.

Der bedeutendste Planer der 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts war Ernő Stepanek (1881-1934). Man kann nicht einmal an seinen frühesten Entwürfen die Zeichen der Sezession fühlen. Die alten ungarischen Spitzen und Stickwaren inspirierten ihn zu seiner künstlerischen Arbeit. Die Methode der Stilisierung ist bei ihm anders als früher. Statt der bisherigen dynamischen Linienführung erscheint eine ruhige Stilisierung mit geometrischen Formen. Das berühmteste Stück von ihm war die Spitzendecke, die nach seinem Tod der niederländischen Thronfolgerin Juliane geschenkt wurde.

Von den Spitzenplanern in der Mitte der 30er Jahre sollten wir Margit Pongrácz, Antal Tar, Tibor Sz. Csorba, Eszter Keleti, Ilona Országh, Anna Rucsinszky, Júlia Demjén, Béla Tóth und Béla Molnár hervorheben. Im Jahre 1936 wurde die Halaser Spitze, „die prächtige Handarbeit der einfachen Weibsleute des ungarischen Brüssel”, eine Weltmarke. Die nächste Station der Ausländischen Erfolgsreise der Halaser Spitze war Paris, wo sie 1937 vor der Brüsseler Spitze, die man damals für unbesiegbar hielt, den Grand Prix der Internationalen Handwerksausstellung gewonnen hat.

Die erste Anerkennung der Halaser Spitze nach dem zweiten Weltkrieg war 1958 in der Weltausstellung in Brüssel. Die Spitzennäherinnen haben mit ihren Arbeiten wieder den Grand Prix gewonnen.

In der zweiten Hälfte der 50er Jahre bedurften die reichen Motive der Halaser Spitze einer Erneuerung und Verbreitung. Obwohl man fortlaufend die für klassisch geltenden Spitzen mit Pfau, Pelikan, Tänzer nähte, vergrößerte sich die Palette der Spitzenmuster dank der Entwürfe von Béla Molnár, Lili Nagy Kálózi und József Vorák mit zahlreichen Spitzenentwürfen nach der neuesten Mode. 1967 wurde die so genannte „Kollektive Decke“ mit einem Durchmesser von 100 cm genäht, deren Planung und Anfertigung die Spitzennäherinnen gemeinsam machten.

Nach der politischen Wende hat die Stadt Kiskunhalas 1992 die Stiftung „Spitze von Halas“ eingerichtet, deren Ziel es war, die Halaser Spitze zur Entfaltung zu bringen und ähnlich der anderen unterstützenden Organisationen die Spitze im Inland und Ausland noch populärer zu machen. Zu den bisherigen Tätigkeiten der Stiftung gehörte die Errichtung des Denkmals von Maria Markovits und Árpád Dékáni (1994) vom Bildhauer Károly Barth, die Veröffentlichung des Albums über die Geschichte der Halaser Spitze („Emőke László - Emese Pásztor - Aurél Szakál: Halasi csipke; Halas lace; Halaser Spitze” Kiskunhalas, 1996) und die Erweiterung und Renovierung des Spitzenhauses im Jahre 1997.

Die Anfertigung der Spitze in Kiskunhalas bewahrt die bravouröse, unheimlich abwechslungsreiche Technik der Sticharten, die Harmonie und den Charakter der künstlerischen Entwürfe. Jeder ihrer Quadratmillimeter ist reine Handarbeit. Jedes Stück wird zertifiziert und mit einem Qualitätszeugnis versehen. Der Wert der Halaser Spitze ist sehr groß: 1 Gramm Spitze ist teurer als 1 Gramm Gold. Die Spitze von Halas erlebt zur Zeit ihre Renaissance: sie findet sich auch in den Schaufenstern der besten Hotels und Juweliergeschäfte. Die Halaser Spitzenstiftung veranstaltet jedes Jahr internationale Spitzenausstellungen, dadurch ist die Stadt zum Zentrum der Spitze geworden.

 









Neben den kleineren Spitzen, gefragt auf dem Markt, werden auch nach Auftragsbestellung die wertvollsten Spitzen genäht. Der zu Abendkleidern genähten Kragen und Kleidungsschmuck aus Spitze sind wieder in Mode. Die Anfertigung von Wappen aus Spitze wird nach der Bestellung der alten adligen Familien fast zur selbstständigen Gattung.

Die größten, bedeutendsten Auszeichnungen der Halaser Spitze sind:
Grand Prix – Weltausstellung, St. Louis (1904)
Grand Prix – Internationale Ausstellung, Milano (1906)
Grand Prix – Internationale Handwerk Ausstellung, Paris (1937)
Grand Prix – Internationale Handwerk Ausstellung, Berlin (1938)
Silber- und Bonze Medaille – Internationale Kunstgewerbeausstellung, Milano (1940)
Grand Prix – Weltausstellung, Brüssel (1958)
Erster Preis – Budapester Internationale Messe (1965)
Grand Prix – Spitzen Weltausstellung, Kiskunhalas (1998)

 

Die Halaser Spitzen wurden in zahlreichen Ländern der Welt ausgestellt.

Die Geschichte der Halaser Spitze hat fünf Zeitabschnitte. Der erste war vom Anfang bis zum Ende des ersten Weltkrieges (1902-1918). In dieser Periode waren die ersten großen Erfolge zu verzeichnen, jedoch hatte der erste Weltkrieg diesen Aufschwung zunichte gemacht. Die zweite Periode von 1918 bis 1935 hatte bis zum Aufbau des Hauses der Spitzen gedauert. Aus 30er Jahren müssen wir den Namen des damaligen Kiskunhalaser Bürgermeisters, Herrn Imre Fekete, erwähnen; die Halaser Spitze war für ihn eine Herzenssache. Die dritte Periode (1935-45) hatte wieder für diese Handarbeit große Erfolge gebracht aber der zweite Weltkrieg hat der Spitze sehr großen Schaden zugefügt. Nach dem zweiten Weltkrieg, in der Zeit des Sozialismus (1945-1990), musste die Halaser Spitze dauernd um ihr Überleben kämpfen. Diese Periode war für die aristokratische Spitze nicht leicht. In den heutigen Tagen erlebt die hundert Jahre alte Spitze ihre zweite Jugend. Die wichtigsten Daten der letzten Periode sind:

1992. Die Stadt Kiskunhalas hat die Halaser Spitzenstiftung ins Leben gerufen, mit dem Ziel, die Halaser Spitze in Ungarn und auch im Ausland bekannt zu machen.
1993. Teilnahme an dem World Travel Expo
1994. Einweihung der Kunstkomposition „Die Spitzenfertiger“ vom Bildhauer Károly Barth. Vor dem Haus der Spitzen steht diese lebensgroße Statue aus Bronze als Erinnerung für Árpád Dékáni und Mária Markovits.
1995. Internationale Spitzenausstellung in Kiskunhalas, zum 120. Geburtstag der Mutter der Halaser Spitze, Mária Markovits.
1996. Das Album über der Halaser Spitze erscheint.
1997. Das „Spitzenhaus“ wird erneuert und mit einem Konferenzsaal ausgestattet. Grand Prix der Handwerkmesse in Budapest
1998. Weltausstellung der Spitzen in Kiskunhals; Grand Prix in Budapest, „Ungarisches Handwerk Produkt“
1999. Die Blumen von Hunnia – ungarische Spitzenausstellung in Kiskunhalas mit 108 Spitzenfertiger und 270 Spitzen.
2000. Teilnahme an der1. Internationalen Spitzenausstellung in Chatillon (Frankreich).
2000. 10. Internationale Handwerk Ausstellung in Budapest – Ehrengast war die Halaser Spitze.
2001. 2. Internationale Spitzenausstellung (aus 12 Ländern mit 295 Spitzen). „Brauttaschentücher, Spitzenkragen und Taschentücher“
Ab 2001. Die Halaser Spitze als Ehrengeschenk von der Stadt Kiskunhalas für die Preisträger „Ehrenbürger der Stadt“ und Auszeichnung „Pro Urbe“.
Das Außenministerium hat eine Kollektion von 22 Spitzen machen lassen, die in einer Wanderausstellung in verschiedenen Botschaften und Konsulaten ausgestellt werden.

 

Die Halaser Spitze im Ausland ab 2002

Januar 2002 – FITUR – Internationale Touristik und Fremdenverkehrsausstellung, Madrid
Februar 2002 - Internationale Touristik und Fremdenverkehrsausstellung, Prag
Februar 2002 – Michelstadt-Deutschland: Ehrengast: die Halaser Spitze, Ausstellung im Museum
April 2002 – Präsentation und Ausstellung in der Partnerstadt Sepsiszentgyörgy (Siebenbürgen) zum St. Georg – Tag
Mai 2002 - Ausstellung und Präsentation in der Partnerstadt Kronach (Bayern-Franken)
Mai 2002 Handwerk Ausstellung, Prag
September 2002 - Die Frau des Generalkonsuls in Barcelona stellt die Halaser Spitze in Alicante vor (Spanien)
Oktober 2002 - Ausstellung in Cleveland (Kanada) als Gast bei der Gesellschaft des Ungarischen Erbes
Oktober 2002 – Internationale Spitzenbiennale in Sansepolsroba (Italien)
Oktober 2002 – MIT-Internationale Touristik und Fremdenverkehrsausstellung, Paris
Oktober 2002 – 12. Internationale Handwerk Ausstellung. Ehrengast war die Halaser Spitze in Chatillon-sur-Seine (Frankreich)

Mit der Hilfe des Außenministeriums konnte man die Wanderkollektion der Spitze in mehreren europäischen Städten bei verschiedenen diplomatischen Veranstaltungen betrachten.

2003 – Wanderausstellungen in Kairo, Sarajevo und in Athen.
April 2003 - Internationale Spitzenausstellung, Volencienner (Frankreich)
April 2003 – Venedig (Italien)
Juni 2003 – Internationale Spitzenausstellung, Luxeuil (Frankreich) 2. Platz
Juli 2003 – Flughafen München: Ungarn stellt sich vor
Juli 2003 – Internationale Spitzenausstellung, Nordhalben (Deutschland)
Oktober 2003 – Novi Sad (Serbien)
November 2003 – Ungarisches Institut, Paris
Januar 2004 – Im Rahmen des ungarischen Jahres Programmreihe Ausstellung in London

Die Ungarische Post hat bis jetzt drei Briefmarkenreihen über die Halaser Spitze herausgegeben. Eine Reihe von Dokumentarfilmen, Nachrichtensendungen, Zeitungsartikeln, Fotos und TV-Sendungen haben sich mit der Halaser Spitze beschäftigt. Es gibt auch Silbermünzen über die Spitze, aber auch auf Telefonkarten sieht man dieses Kunsthandwerk.

Mit der Arbeit der Halaser Spitzenplaner und Spitzennäher wurde das Spitzenwunder, die Hymne dieser Stadt, auf dem Altar der Kultur der Menschheit geschaffen. Wir hoffen, dass die Spitze, „die prachtvollste Handarbeit des einfachen Frauenvolkes des ungarischen Brüssel“, in Kiskunhalas noch sehr lange hergestellt wird.